Ergänzend zu meinem Titel „KI kann keine Uhrzeit“
Es geht nicht darum das Werkzeug der künstlichen Intelligenz zu verteufeln, es geht darum was wir mit dem schönen neuen Spielzeug anfangen.
Es lag nicht am Buchdruck, dass Romane zum Escapismus missbraucht wurden, es lag nicht am Fernsehen, dass wir zu Fastfoodkonsumenten wurden, es liegt nicht an der KI, dass wir vor lauter Angeboten nicht mehr dazu kommen uns zu bilden.
Bildung erscheint als Luxus in einer schnelllebigen Zeit. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir einem Denkfehler folgen:
Haben Sie schon einmal den Satz „Qualität ist besser als Quantität“ gehört? Mehr auwahl macht eine Entscheidung nicht leichter, im Gegenteil, sie blockiert uns, wenn wir unsere Entscheidungsprozesse nicht anpassen. Wir aber wollen gern das Beste aussuchen, nur ist unser Vorgehen dabei überholt…
Dieses Video habe ich in fünf Minuten mit Hilfe von Canvas KI generiert. Beeindruckende Technik finde ich.
Als ich allerdings die KI fragte, woher der Begriff „Mut zur Lücke“ (s.u.) herkommt, konnte sie mir das zwar erklären, aber sie behauptete auf Nachfrage, dass es niemanden gäbe der diesen Begriff urprünglich geprägt hätte… Erst als ich ihr auf die Sprünge half indem ich ihr sagte, dass es einen Pädagogen gäbe, der diesen Begriff geprägt hätte konnte sie mir die Korrekte Antwort „Martin Wagenschein“ nennen.
Ich wusste das, weil ich es im Studium hatte…
Dieses Phänomen habe ich häufig festgestellt – man sollte sich also besser nicht auf die Richtigkeit von KI Aussagen verlassen und es verbietet sich daher auch sich auf die KI als alleinige Quellengrundlage für das Ermitteln von Fakten zu verlassen.
Lassen Sie sich immer die Quellen nennen – und prüfen Sie es nach!
KI ist wie eine Waschmaschine oder ein Geschirrspüler, ein Werkzeug das ihnen helfen kann, wenn Sie es zieldienlich bedienen.
Und nun noch einmal zurück zum von mir eingangs erwähnten Denkfeler: Wie entscheiden Sie? Erstmal gucken, was es gibt, dann überlegen, was das Beste ist und anschließend auswählen? Schlecht wenn Sie in einen infinity Pool fallen… Eine Orientierung indem man sich ersteinmal einen Überblick verschafft ist unmöglich – die Angst vielleicht etwas zu verpassen fatal.
Da hilft nur „Mut zur Lücke“ und lösungsorientiertes denken und handeln. Lösungsorientiert bedeutet (nach Steve de Shazer), dass man zunächst das Ziel, die Lösung genau erforscht und erfasst. Im Anschluss daran sucht man ausschließlich nach dem Entsprechenden. KI kann das, genau das, sie kann ultraschnell alles durchsuchen – allerdings kommt es darauf an, das der Promt stimmt – also die genaue Beschreibung dessen, was jeweils gesucht wird.
Um eine Lösung zu finden hilft z.B. die Wunderfrage welche Insoo Kim Berg einst formulierte:
„Ich möchte Ihnen jetzt eine etwas ungewöhnliche Frage stellen. Stellen Sie sich vor, Sie gehen heute Abend nach Hause, gehen zu Bett und schlafen ein. Und während Sie tief und fest schlafen, geschieht ein Wunder. Das Wunder besteht darin, dass das Problem, weswegen Sie heute zu mir gekommen sind, gelöst ist. Da Sie aber schlafen, merken Sie gar nicht, dass dieses Wunder geschehen ist.
Wenn Sie nun morgen früh aufwachen: Was ist das allererste kleine Zeichen, woran Sie merken würden, dass dieses Wunder geschehen ist?“
Wenn Sie die Lösung kennen, dann sparen Sie sich einige Umwege. Sie können auf die Ursachenforschung und die Ergründung des „Problems“ verzichten. Sie müssen lediglich die Lösung erforschen um zum Ziel zu gelangen. Steve de Shazer hat provokativ behauptet und auch bewiesen, dass Lösung und Problem keinen Zusammenhang haben. Aber das ist ein anderes Thema über das ich vielleicht an anderer Stelle mehr schreibe.
Entscheiden Sie neu?!
